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Umweltmonitoring
In Deutschland werden jeden Tag ca. 130 ha Boden und Vegetationsflächen versiegelt und in Verkehrsanlagen und Siedlung umgewandelt, was einer täglichen Menge von 130 Fußballfeldern entspricht. Diese Entwicklung führte in den letzten Jahrzehnten zu einem stetigen Verlust naturnaher Flächen und gliedernder Landschaftselemente. Für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und die nachhaltige Nutzung natürlichen Ressourcen ist die Erhebung flächendeckender, statistisch belastbarer Daten und die dauerhafte Beobachtung (Monitoring) des Landschaftswandels in regelmäßigen Abständen erforderlich.
Im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes bezeichnet der Begriff „Monitoring“ spezifische Erfassungs- und Untersuchungsmethoden im Sinne einer in die Zukunft gerichteten Dauer- oder Langzeitbeobachtung. Für eine ganze Reihe von Umweltmedien existieren bereits entsprechende Verfahren wie z.B. das Monitoring der Wasserqualität oder die dauerhafte Messung von Luftbelastungen. Dagegen steht die Beobachtung der Landschaftsentwicklung und der Aufbau entsprechender Monitoringverfahren in Europa noch in den Anfängen.
Hansa Luftbild entwickelt derzeit im Auftrag eines europäischen Umweltministeriums ein umfassendes Verfahren zum Landschaftsmonitoring auf der Basis von Fernerkundung und Geoinformationssystemen.
Ziel dieses mehrjährigen Projektes ist es, die Veränderung der Landnutzung und den Wandel des Landschaftsbildes zu analysieren. Besonderes Augenmerk wird dabei sowohl auf die großflächig strukturelle Veränderung der Landschaft, als auch auf den Verlust ökologisch wertvoller Kleinstrukturen wie z.B. lineare Gehölzbestände gelegt.
Für das ca. 2.600 km² große Projektgebiet wurde 1999 zunächst eine flächendeckende
Biotoptypenkartierung auf Grundlage einer
CIR-Luftbildbefliegung erstellt. Zusätzlich wurde mit Hilfe von
Geoinformationssystemen eine bereits vorhandene Biotopkartierung aus dem Jahr 1988 analysiert und ausgewertet. Anhand von historischen s/w-Luftbildern aus den 60er Jahren konnte darüber hinaus eine detaillierte Kartierung der damaligen Biotoptypen- und Nutzungsstrukturen erstellt werden.
Mittels Geoinformationssystem (ArcGIS, ArcINFO) wurden Flächenverschneidungen, exakte Flächenbilanzen und Analysen der drei Zeitschnitte durchgeführt. Die statistische Aufbereitung der Daten aus den Jahren 1963,1988 und 1999 und Darstellung von Veränderungen der Landschafts- und Nutzungsstrukturen erfolgen in textlich und kartographisch aufbereiteter Form. Es ist vorgesehen, die Daten in einem internetbasierten System (ArcIMS) bereitzustellen und in ein umfassendes Umweltinformationssystem zu implementieren.
Konzeption und Durchführung des Projektes, Aufbau der Geodateninfrastruktur und Aufbereitung der Daten per Internet (ArcIMS) werden vom Bereich Geoinformationssysteme bearbeitet. Durch das Projekt werden die methodischen Grundlagen für die Entwicklung und Fortschreibung eines landesweiten Monitoringsystems auf der Ebene von Biotoptypen gelegt.
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