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Luftbildaufnahmen - Filmarten
Luftbilder stellen einen Geländeausschnitt sehr realitätsnah dar, ohne jeden Informationsverlust durch Generalisierung oder Codierung bestimmter Sachverhalte, d.h. es liegt keine Vorauswahl der dargestellten Objekte vor. Dadurch stellen sie gegenüber der Karte deutlich höhere Anforderungen an den Interpreten. Informationen lassen sich nicht ohne spezielle Ausbildung und Vorkenntnisse einfach aus dem Luftbild "herauslesen". Vielmehr muss jede zu erarbeitende Thematik erst durch eingehende Bildanalyse identifiziert werden. Mit langjähriger Interpretationserfahrung kann jedoch die Umwelt sehr genau dokumentiert und analysiert werden. Auch lassen sich oft Zusammenhänge (z.B. Wuchsminderungen und Vernässungen) und Abgrenzungen (z.B. Pflanzengemeinschaften in schwer zugänglichen Gebieten) besser und detaillierter erfassen als bei terrestrischen Erhebungen.
Luftbilder werden in der Regel als Reihenmessbilder mit einer Überdeckung von etwa 60% in Flugrichtung erstellt, so dass man mit einem Luftbildpaar ein dreidimensionales Bild der aufgenommenen Geländeausschnitte erzeugen kann. Bei der Betrachtung von Geländeelementen wie Böschungen oder hohen Gebäuden entsteht deshalb ein besonders plastischer Eindruck.
Bei der Herstellung von Luftbildern werden vier unterschiedliche Filmarten eingesetzt.
Die panchromatischen Filme entsprechenin ihrer Sensibilisierung in etwa der Farbwahrnehmung des menschlichen Auges. Es gibt sie als:
- schwarz/weiß Filme ( praktisch immer als Negativfilm) - Farbfilme (wahlweise als Negativ- oder als Diapositivfilm)
Die Infrarotfilme sind zusätzlich auch im Bereich des nahen Infrarot sensibilisiert. Sie eignen sich hervorragend für Untersuchungen zu den Themen Vegetation und Wasser/Feuchtigkeit. (Diese Filme sind kein Medium für die Aufnahme von Wärmebildern - für den Spektralbereich des mittleren Infrarot bietet Hansa Luftbild den Einsatz spezieller Aufnahmesysteme an.) Infrarotfilme gibt es als:
Schwarz/weiß-Infrarotfilme (praktisch immer als Negativfilm) Color-Infrarotfilme (wahlweise als Negativ- oder als-Diapositiv-Film
Der panchromatische schwarz/weiß Film
ist der traditionell eingesetzte Fliegerfilm für Messaufnahmen. Es gibt ihn in einer Vielzahl unterschiedlicher Auflösungen, Gradationen und Empfindlichkeiten. Im Gegensatz zu "Normal-Farbfilmen" lässt er sich in Kombination mit entsprechender Filterung auch bei Dunstwetterlagen einsetzen. Dies und die Tatsache, dass seine geometrische Auflösung in der Regel höher als die der Colorfilme ist, machen ihn zum idealen Aufnahmematerial für große Flughöhen – sprich kleine Bildmaßstäbe.
Der Color-Diapositiv-Film
hat einen universellen Einsatzbereich für große und mittlere Bildmaßstäbe. Er findet Verwendung für Luftbildmessung, Bildkarten, und Interpretation.
Der Color-Negativ-Film
hat im Vergleich zu einem entsprechenden Umkehr (Dia) Film eine höhere geometrische Auflösung. Er ist somit ideal für die digitale Weiterverarbeitung - die Scans können direkt in ein Positiv konvertiert werden. Für Zwecke der analogen Auswertung ist allerdings die Herstellung einer Positivkopie erforderlich.
Der Color Infrarotfilm (CIR-Film)
wird auch manchmal als "Falschfarbenfilm" bezeichnet. Seine drei Schichten erzeugen eine Farbkomposite, die aus den (sichtbaren) Farben Gelbgrün und Rot sowie aus dem (unsichtbaren) nahen Infrarot aufgebaut ist.
Die Reflektion von Licht durch lebendes Chlorophyll ist im nahen Infrarot um ein vielfaches höher als im grünen Bereich. Analog dazu bilden sich unterschiedliche Pflanzenarten oder deren aktueller Zustand im Infrarot wesentlich differenzierter ab als im sichtbaren Grün.
Durch die Kombination von Informationen aus dem sichtbaren Spektralbereich mit dem Infrarot hat der CIR Film eine maximale Aussagekraft für alle Fragestellungen zum Thema Vegetation. Weitere häufige Anwendungen sind Untersuchungen zum Thema "Vernässung" und Geologie.
Der Schwarz/weiß Infrarotfilm findet besonders Anwendung bei Vegetationsuntersuchungen z.B. im forstlichen Bereich sowie da, wo die Erkennung einer scharfen Abgrenzung von Wasser zu Land gefragt ist.
Für spezielle Anwendungen ist seine besondere Fähigkeit zur Durchdringung von Starkdunst gefragt.
Von allen Filmarten lassen sich konventionelle Bildprodukte wie z.B. Kontaktabzüge, Bildmontagen oder Vergrößerungen – auch als großformatige Wandbilder – herstellen. Als eine der wenigen Firmen in Europa bietet Hansa Luftbild auch Doppelkammerflüge an. Durch zwei Bodenlöcher im Flugzeugrumpf können gleichzeitig zwei Kameras mit verschiedenen Filmarten eingesetzt werden.
Alle digitalen Folgearbeiten werden über den Präzisions-Photoscanner SCAI von Z/I Imaging fortgeführt, dessen Scanningtechnologie von der Firma Carl Zeiss entwickelt wurde. Für sämtliche messtechnischen Anforderungen werden mittels Autowinder ganze Filmrollen oder auch Einzelbilder in der gewünschten Auflösung automatisch digitalisiert.
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